Zahnunfallpass

Der sog. "Zahnunfallpass" soll helfen, interdisziplinäre Therapien zu koordinieren und gleichzeitig dem Patienten eine Dokumentation an die Hand zu geben, die es ihm erleichtert, Ansprüche bei Kostenträgern / Unfallversicherungen geltend zu machen. Sie können den Zahnunfallpass unter www.zahnrettungskonzept.info für einen Unkostenbeitrag von 10,00 Euro bestellen oder direkt hier herunterladen:

Zahnunfallpass als PDF herunterladen


Der Zahnunfallpass ersetzt aber nicht die zahnärztliche Dokumentation. Hierfür gibt es zwei praxisnahe und einfach auszufüllende Dokumentationsbögen, einmal von der DGZMK und der andere von der Universität Basel (Prof. Filippi), die hier ebenfalls im zum Download zur Verfügung stehen:

Bogen der DGZMK als PDF runterladen
Bogen der Universität Basel als PDF runterladen

 

Entscheidungshilfen für die Einleitung einer Wurzelkanalbehandlung 

  • Bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum sollte, bei konstant negativem Sensibilitätstest, eine Wurzelkanalbehandlung spätestens nach 3 Monaten erfolgen.
    Achtung: Es sollten immer auch die Nachbarzähne getestet werden. Bei manchen Patienten ergibt der Kältetest auch an kariesfreien, unversorgten Zähnen keine eindeutige positive Antwort. In diesen Fällen ist der Kältetest kein Entscheidungskriterium.
  • Sind Anzeichen von Obliteration an diesem Zahn erkennbar, kann mit der WKB noch abgewartet werden, auch wenn der Kältetest negativ ausfällt. Die Obliteration ist die Reaktion einer (zunächst) vitalen Pulpa.
  • Eine Wurzelkanalbehandlung sollte bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum vor Ablauf der 3 Monate bei schwererem Dislokationstrauma (Dislokation ≥ 3mm) erfolgen bzw. bei Befunden, die für eine chronische apikale Parodontitis (apikale Osteolyse) sprechen, oder bei Auftreten von Entzündungsresorptionen an der Zahnwurzel.
  • Deutliche Verfärbungen der Zahnkrone sind ebenfalls als ungünstiger Befund, aber nicht als sicheres Zeichen einer Pulpanekrose zu werten.
  • Bei Zähnen mit offenem Apex - Wurzelentwicklung bei den Recall-Untersuchungen genau kontrollieren! 
  • Geht die Wurzelentwicklung des betroffenen Zahnes weiter oder sind Anzeichen von Obliteration am traumatisierten Zahn erkennbar, ist das als Zeichen einer vitalen Pulpa interpretierbar. Es erfolgt also zunächst keine Wurzelkanalbehandlung. Dennoch kann ein obliterierter Zahn in seltenen Fällen eine apikale Parodontitis entwickeln. Bei Befunden, die für eine Pulpennekrose oder eine Entzündungsresorption sprechen, muss eine Wurzelkanalbehandlung eingeleitet werden.

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